Kalkmagerrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Deutschland.
Sie haben sich auf basenreichen, flachgründigen Böden im Bereich der Eifeler Kalkmulden nach der Rodung des Waldes und anschließender Beweidung entwickelt. Sie liegen meist auf südexponierten, wärmebegünstigten Hängen,
trocknen schnell aus und können im Sommer am Boden Temperaturen von 40°C und mehr erreichen. Alle hier lebenden Pflanzen und Tiere haben sich an extreme Wasser- und Temperaturverhältnisse angepaßt. Die Vegetation ist lückig und sehr blütenreich. Ein Teil der Flächen, wie z.B. im Naturschutzgebiet Lampertstal und Alendorfer Kalktriften, fällt schon von weitem durch die Wacholderbüsche (Juniperus communis) auf. Wegen der spitzen Nadeln werden sie von den Weidetieren gemieden und bleiben als "Weideunkraut" erhalten. Vom Herbst bis in den Frühling sind die Kalkmagerrasen an einer bräunlichen Farbe zu erkennen.
Im Frühjahr sorgen Küchen-schelle (Pulsatilla vulgaris) und Echte Schlüsselblume
(Primula veris) als erste Blüten-pflanzen für blaue und gelbe Farbtupfer in der alten, noch bräunlich wirkenden Grasschicht. Danach stehen Orchideen wie Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula) und Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) sowie im späten Sommer der Deutsche Enzian (Gentianella germanica) in Blüte. Zusammen mit den wärmeliebenden Pflanzenarten hat sich eine ebenso reiche Tierwelt entwickelt.