Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. - Biostation Euskirchen - In der Eifel - gemeinsam für Mensch und Natur

Landwirtschaft im Kreis Euskirchen

Landwirtschaftliche Struktur und Nutzung lassen sich grob an der naturräumlichen Gliederung des Kreises Euskirchen erläutern (Gliederung). Der Bördenbereich (Euskirchener und Zülpicher Börde) besaß aufgrund seiner Gunstlage schon immer eine ganz andere landwirtschaftliche Struktur
als das Voreifel- und Mittelgebirgsgebiet. Die Betriebe in dieser Region sind im Durchschnitt mindestens 100 ha groß und überwiegend Ackerbaubetriebe.
Angebaut werden schwerpunktmäßig Getreide, Zuckerrüben und Vertragsgemüse. Im Voreifelbereich dominiert der Gemischtbetrieb mit Ackerbau und Milchviehhaltung oder Fleischrinderzucht als Mutterkuhhaltung. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt hier zwischen 60 und 80 ha.

 

Natur Pictures

 

In den Mittelgebirgslagen des Kreises Euskirchen steht die Milchviehhaltung im Vordergrund. Hier herrscht die Grünlandbewirtchaftung vor. Im geringen Umfang wird Getreide oder Mais für den Eigenbedarf sowie Braugerste angebaut.
Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 50 bis 70 ha, wobei der Viehbesatz bei 40 bis 60 Kühen plus Nachzucht liegt. Als zweite wichtige Erwerbsrichtung ist in dieser Region die Mutterkuhhaltung zu nennen. In den Mittelgebirgslagen gibt es noch einen recht hohen Anteil von Nebenerwerbsbetrieben. Insgesamt bewirtschaften im Kreis Euskirchen heute noch rund 1500 Betriebe
etwa 49.000 ha Fläche. Der fortschreitende Strukturwandel in der Landwirtschaft wird die Zahl der Betriebe in Zukunft verringern, wobei sicherlich ein großer Teil der dann freiwerdenden Fläche von den Haupterwerbsbetrieben aufgefangen wird. Zu befürchten ist, daß trotzdem die ertragsarmen Naturschutzflächen als erstes brachfallen werden. Aufgrund des ohnehin geringen Viehbesatzes auf den Betrieben im Kreis Euskirchen besteht ein hohes Interesse am Extensivierungsprogramm. Grundlage dafür ist das von den EU aufgelegte Programm zur Markt- und Standortentlastung, welches einen Viehbesatz in Grünlandbetrieben von 1,4 GVE/ha sowie den Verzicht auf Mineraldünger mit z.Zt. 300,- DM/ha honoriert. Für die Landwirte im Kreisgebiet sind oft nur geringe Anpassungen im Viehbestand notwendig. Deshalb nehmen nunmehr ca. 50% der Grünlandbetriebe daran teil. (Landwirtschaftskammer Rheinland, 2000)