Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. - Biostation Euskirchen - In der Eifel - gemeinsam für Mensch und Natur

Streuobstwiesen und Weiden

Streuobstwiesen und Weiden

 

Streuobstwiesen und -weiden sind gemähte bzw. beweidete Flächen,

die mit Hochstammobstbäumen bestanden sind.

Sie bilden als gürtelartige Anlage den Übergang vom Dorf zur Feldflur

und sind in der Voreifel auch in den Wiesentälern zu finden.

Als ein vom Menschen geschaffener Lebensraum sind Streuobstwiesen

ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft.

 

In NRW sind die Hochstammobstbäume in den letzten Jahrzehnten

auch durch vom Staat gezahlte Rodungsprämien um ca. 65% zurückgegangen.

Im Kreis Euskirchen sind insbesondere in den Bereichen Mechernich und Zülpich noch Streuobstwiesen zu finden. Auf den Flächen überwiegen Apfelbäume,

die in besonders großer Sortenvielfalt vorkommen. Bis jetzt sind ca. 70 verschiedene Sorten erfaßt worden (ZENS, 1998).

Extensiv genutzte Streuobstwiesen bilden

einen komplexen Lebensraum

für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt.

Die unterste Etage, die Pflanzendecke

der Wiesen und Weiden,

bieten vielen Wirbellosen und Kleinsäugern wie Spitzmaus oder Igel Lebens-

und Nahrungsraum.

 

Der Stammbeherbergt verschiedene Käfer, von denen manche Fraß-gänge anlegen, die anschließend u.a. von Wildbienen als Niststätte genutzt werden.
Auf der Rinde jagen Springspinnen, Heuschrecken legen ihre Eier in den Rindenrissen ab und Baumhöhlen beherbergen z.B. Fledermäuse und Spechte.
Die blühende Baumkrone wird Frühjahr von Bienen besucht, pflanzensaugende Insekten wie Zikaden oder Blattwanzen nutzen die Blätter.
Für zahlreiche Vogelarten eignen sich die Äste als Sitzwarte oder Brutplatz.
  Viele Tiere haben komplexe Ansprüche an ihren Lebensraum,die durch die verschiedenen Etagen der Obstwiesen und weiden erfüllt werden.

Das Grüne Heupferd lebt als Larve in den Wiesen und Weiden, nutzt als ausgewachsenes Tier angrenzende

Sträucher als Singwarte und steigt

abends bei Abkühlung des Boden bis

in den Baumwipfel.

Alte Bäume mit Höhlen sind

für den stark gefährdeten Steinkauz

von großer Bedeutung für die Aufzucht

der Jungen.

Seine Nahrung, insbesondere Mäuse oder Insekten, sucht er auf dem Boden

der Streuobstwiese, wobei er Weiden mit niedriger Vegetation bevorzugt.