Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. - Biostation Euskirchen - In der Eifel - gemeinsam für Mensch und Natur

Wiesen

 

In den Mittelgebirgslagen der Eifel haben Wiesen zur Heugewinnung

nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Landschaftsbild

ihren festen Platz.
Je nach Höhenlage, Klima, Boden und Nutzung gibt es Wiesen mit unterschiedlicher Artenzusammensetzung.

 

Traditionell erfolgt ihre Bewirtschaftung durch eine ein- bis zweimalige Mahd,
die der Höhenlage folgend zwischen dem 15. Juni und 15. Juli beginnt.
Früher war auch der Johannistag, der 24. Juni, als Zeitpunkt für den Beginn

der Heuernte bedeutend.

Bei entsprechendem Aufwuchs kann eine Nachbeweidung im Herbst stattfinden. Auf den extensiv genutzten Standorten unterscheiden wir im Kreis Euskirchen zwischen Glatthafer- und Goldhaferwiesen.

 

Der Übergang erfolgt in der Regel fließend zwischen 400 m und 500 mü.NN

und in Abhängigkeit von der Bewirt­schaftungsintensität.

Namengebend für die Wiesen sind die Grasarten

Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Goldhafer (Trisetum flavescens).

Glatthaferwiesen haben ihr Hauptvorkommen in den tieferen Lagen.
Mit zunehmender Höhenlage wird der Glatthafer durch den Goldhafer ersetzt. Vergleichbares läßt sich auch bei den übrigen Gräsern und Kräutern beobachten.
Während in den tieferen Lagen Arten nährstoffreicher Böden wie
Bärenklau (Heracleum sphondylium), Kerbel (Anthriscus sylvestris) und
Wiesenpippau (Crepis biennis) überwiegen, nehmen mit steigender Höhenlage niedrigwüchsige, an ungünstigere Klimate angepaßte Arten wie
Waldstorchschnabel ­(Ger­anium sylvaticum),

Teufelskralle (Phyteuma nigrum) und Waldhahnenfuß (Ranunculus nemorosus) zu. Das liegt ganz einfach daran, daß in den Höhenlagen meist schlechtere klimatische Bedingungen (geringere Sommertemperaturen, höhere Niederschläge) sowie eine kürzere Vegetationsperiode vorherrschen und die Flächen

in der Regel extensiver bewirtschaftet werden.

 

Bereits im Frühsommer zeigen diese Wiesen über Wochen

ein beeindruckendes Blühschauspiel.
Nicht selten werden auf einer Fläche von 25 m² 40 und mehr

Pflanzenarten gefunden.
Diese Wiesen bilden gerade deswegen einen vielfältigen Lebensraum

für Schmetterlinge und andere Insekten.

Im Grenzbereich zu Belgien kommt in den Goldhaferwiesen regelmäßig
die Bärwurz (Meum athamanticum) vor.

Man spricht hier auch von den Bärwurzwiesen.

Besonders beeindruckend sind diese Wiesen im Frühjahr zur Blütezeit

der wildwachsenden Gelben Narzisse (Narcissus pseudonarcissus).