Feldvögel

Die Bestände vieler bekannter Feldvogelarten wie Rebhuhn, Star, Feldlerche, Spatz, Grauammer und Kiebitz sind in Nordrhein-Westfalen dramatisch zusammengebrochen.

Grund dafür ist die anhaltende Zerstörung ihrer Lebensräume durch fortschreitenden Flächenverbrauch und tiefgreifende Umbrüche in der Landwirtschaft.

Inzwischen ist für zahllose Arten europaweit ein kritischer Punkt erreicht, der sehr besorgniserregend ist.
Bei vielen dieser Arten ist die Situation inzwischen existenzbedrohend. Ein Beispiel dafür ist der Kiebitz.

Grauammer - Ein sehr typischer Vertreter der Feldvögel.<br />Foto: J.Zehlius
Grauammer - Ein sehr typischer Vertreter der Feldvögel.
Foto: J.Zehlius
Feldlerche - Stark gefährdet.<br />Foto: Kistowski
Feldlerche - Stark gefährdet.
Foto: Kistowski
Rebhuhn - stark zurückgegangen.<br/>Es nimmt Brachen gerne als Brut- und Nahrungsraum an.
Rebhuhn - stark zurückgegangen.
Es nimmt Brachen gerne als Brut- und Nahrungsraum an.

Die Lebensräume der Feldvögel

Blühstreifen am Wegesrand - Ideale Nahrungsquelle für Feldvögel
Blühstreifen am Wegesrand - Ideale Nahrungsquelle für Feldvögel
Blühende Felder -  günstig für die Grauammer
Blühende Felder - günstig für die Grauammer
Artenreicher Ackerrand - günstig zur Nahrungssuche für Feldvögel
Artenreicher Ackerrand - günstig zur Nahrungssuche für Feldvögel

Der Kiebitz

Die Biologische Station hat 2016 in Zusammenarbeit mit den Landwirten, der Landwirtschaftskammer, dem Rheinischen Verband
für Landwirtschaft und Ehrenamtlichen Naturschützern in drei Schwerpunkträumen Beobachtungen zur aktuellen Verbreitung
des Kiebitzes zusammengetragen. Dies erfolgte v.a. in Euskirchen, Zülpich und Weilerswist. Zum Schutz der Bruten wurden
die Gelege markiert.

Die Landwirte wussten so, wo sich Nester befinden und konnten diese Bereiche von der Bearbeitung aussparen.
Da der Kiebitz relativ ortstreu ist und regelmäßig in den gleichen Regionen brütet, ist davon auszugehen, dass es auch 2021
im Umfeld der letztjährigen Bruten/Brutversuchen wieder zu Kiebitzbruten kommen wird.

Wo man vermehrt mit Kiebitzbruten rechnen muss, kann man aus dieser Karte entnehmen.

Erfassung der Kiebitzgelege

In Zusammenarbeit mit den Landwirten und Ehrenamtlern erfassen wir die Kiebitzgelege.

Besonders in den Räumen Merzenich/Bürvenich/Langendorf, Euskirchen-Frauenberger Straße/Elsig, und Großbüllesheim/
Derkum/Straßfeld.

Sobald wir Bruthinweise ermittelt haben, informieren wir die Landwirtschaftskammer darüber, auf welchen Parzellen Bruthinweise vorliegen.

 

 


Der Kiebitz zieht sich gerne  auf einen grünen Weg oder in den Randbereich eines Naturschutzstreifens zurück.
Der Kiebitz zieht sich gerne auf einen grünen Weg oder in den Randbereich eines Naturschutzstreifens zurück.
Kiebitz-Nest im Inneren Ackerschlag
Kiebitz-Nest im Inneren Ackerschlag
Die Nester werden durch die Biologische Station markiert
Die Nester werden durch die Biologische Station markiert
Die markierten Nester werden bei der Bearbeitung durch den Landwirt ausgespart
Die markierten Nester werden bei der Bearbeitung durch den Landwirt ausgespart
Erfassung von Kiebitznestern
Erfassung von Kiebitznestern
Dieses Küken ist schon seit ein paar Tagen auf den Beinen
Dieses Küken ist schon seit ein paar Tagen auf den Beinen

Arbeitskreis Ornithologie

Der „Orni-Arbeitskreis“ trifft sich seit vielen Jahren.

Hier kommen zweimal jährlich ca. 20 bis 30  vogelkundlich interessierte und versierte Ehrenamtliche unter der Leitung der Biologischen Station zusammen. Sie tauschen sich aus und helfen mit bei dem Zusammentragen von Daten über die Vogelwelt im Kreis Euskirchen.

Die gewonnenen Erkenntnisse und Daten fließen auf verschiedenen Wegen in die Arbeit der Biologischen Station oder auch des Kreises und Landes ein. So kann z.B. der Grauammer und dem Kiebitz unter anderem im Vertragsnaturschutz jetzt gezielter geholfen werden, da Ehrenamtlich tätige Vogelkundler die Erhebungen der Biologischen Station im Kreis Euskirchen unterstützt haben.

Auch für die Aktualisierung der Roten Listen in NRW werden die Kenntnisse der Ehrenamtler im Kreis Euskirchen gebündelt und an das LANUV übermittelt.

 


Kontakt

Julia_Z

Julia Zehlius

icon02486-9507-17

iconj.zehlius@biostationeuskirchen.de


Grünlandarten

Seit 2017 untersucht die Biologische Station im Kreis Euskirchen in den Gemeinden Dahlem, Blankenheim, Hellenthal und Nettersheim die sogenannten „Grünlandarten“.

Vogelarten die auf extensives Grünland oder sonstige extensiv bewirtschaftete offene und halboffene Habitate angewiesen sind.

Ursprünglich wurde nach verbliebenen Brutvorkommen von Braunkehlchen gesucht. Leider konnte in diesen Jahren keine Brutaktivität mehr nachgewiesen werden.
Diese Art ist leider weitestgehend aus der Landschaft verschwunden. Traditionelle Brutreviere und potenziell geeignete Habitate werden seit mehreren Jahren nicht mehr besetzt.


Der Wiesenpieper

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun insbesondere auf Wiesenpieper.

Als Charakterart von Feuchtwiesen und extensivbewirtschaftetem Grünland stellt der Wiesenpieper vergleichbare
hohe Ansprüche am Bruthabitat wie das Braunkehlchen. Obwohl auch diese Art in vielen Bereichen verschwunden ist,
gibt es noch einige Brutvorkommen.

Insbesondere gilt es die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf dem Bruterfolg zu untersuchen.
Auf Flächen mit Vertragsnaturschutz wird in Kooperation mit den Bewirtschaftern die Mahd am aktuellen
Brutgeschehen angepasst.

Wenn bekannt ist wo genau sich das Gelege befindet, kann dieses weiträumig ausgespart werden. Eine andere Alternative
besteht in der Verschiebung des Mahdtermines.

Im Ländchen befindet sich ein konzentriertes Vorkommen. In 2020 konnten in diesem Bereich 15 Brutreviere nachgewiesen werden.
Um die aufwendige Berücksichtigung der Brut zu vereinfachen entstand das „Projekt Wegbrachen“.

Auf den grünen Wegesparzellen westlich von Hecken soll ab 2020 nicht mehr gemäht werden. Im mehrjährigen Altgras können so gut
geeignete Bruthabitate entstehen, die dann von den Wiesenpiepern angenommen werden können. Damit kann verhindert werden,
dass auf den angrenzenden Wiesen Gelege durch die Mahd verloren gehen.

Wiesenpieper (Jan-Roeland Vos)
Wiesenpieper (Jan-Roeland Vos)
Bruthabitat Wiesenpieper
Bruthabitat Wiesenpieper
Alte Zaunpfähle, ideal für Wiesenpieper
Alte Zaunpfähle, ideal für Wiesenpieper

Die Heidelerche

Die Heidelerche kommt auf mehreren Projektflächen und in verschiedenen Naturschutzgebieten vor.
Hier kann diese Art gezielt mit artspezifischen Maßnahmen gefördert werden.

 

Heidelerche, Sistiger Heide (Jan-Roeland Vos)
Heidelerche, Sistiger Heide (Jan-Roeland Vos)
Sistiger Heide, Lebensraum Heidelerche
Sistiger Heide, Lebensraum Heidelerche
Extensives Grünland, Lebensraum Heidelerche
Extensives Grünland, Lebensraum Heidelerche

Der Raubwürger

Dank gezielter Nachsuche hat sich herausgestellt dass im Kreis noch einige Brutvorkommen von Raubwürger vorhanden sind.
Diese stark gefährdete, scheue und störungsempfindliche Vogelart konnte zur Brutzeit in einigen Naturschutzgebieten nachgewiesen werden.

Ebenfalls werden Kahlschlagflächen gerne besiedelt.

In Naturschutzgebieten darf die Brutaktivität nicht durch Verlassen der Wege, freilaufende Hunde, Jagd- oder forstliche Aktivitäten gestört werden.

Raubwürger (Jan-Roeland Vos)
Raubwürger (Jan-Roeland Vos)
Unordentliche Landschaft, idealer Lebensraumraum für Raubwürger
Unordentliche Landschaft, idealer Lebensraumraum für Raubwürger
Bruthabitat Raubwürger
Bruthabitat Raubwürger

Der Wendehals

Diese Art wurde gezielt gesucht. Insbesondere auf Kahlschläge konnten mehrere Brutvorkommen nachgewiesen werden.
Der Wendehals fühlt sich wohl in Landschaften mit kurzrasiger Vegetation wo die bevorzugte Nahrungsquelle in Form von
Boden bewohnenden Ameisen gut erreichbar ist.

Höhlen zum Brüten sollten ebenfalls vorhanden sein, traditionell ist der Wendehals als Charaktervogel alter Streuobstwiesen
mit natürlichen Baumhöhlen bekannt.

 

 

 

Wendehals und Neuntöter. (Julia Zehlius)
Wendehals und Neuntöter. (Julia Zehlius)
Wendehals-Paar an der Bruthöhle auf einer Kahlschlagflur
Wendehals-Paar an der Bruthöhle auf einer Kahlschlagflur
Feldgehölze, ideal für den Wendehals
Feldgehölze, ideal für den Wendehals

Der Feldsperling

Der Feldsperling ist angewiesen auf reich strukturierte Landschaften mit ausreichend Nahrungsangebot in Form von Sämereien und Insekten.
Als Höhlenbrüter besiedelt diese Art traditionell gerne alte Streuobstwiesen oder Waldrandbereiche mit ausreichendem Höhlenangebot.

Auch in Gebäuden wird gerne gebrütet.

Aber es gibt auch Feldsperling-Vorkommen die zum Brüten aus Mangel an natürlichen Bruthabitaten auf Masten der Mittelstromleitungstrassen angewiesen sind.
Die Nester werden in den hohlen Röhren der Traversen angelegt. Weil diese Stromtrassen nach und nach abgebaut und als Erdkabel
verlegt werden, verschwinden Brutmöglichkeiten und lokal nicht unerhebliche Bestandteile von Populationen.

Die Biostation versucht möglichst viele dieser Brutvorkommen zu erfassen damit rechtzeitig Ausgleichsmaßnahmen für diese planungsrelevante Art umgesetzt werden können.

 

Feldsperling, pixelio.de
Feldsperling, pixelio.de
Nestbau in den Röhren der Traversen
Nestbau in den Röhren der Traversen
Streuobstwiese, pixelio.de
Streuobstwiese, pixelio.de

Kontakt

Passbild JR

Jan-Roeland Vos

icon06556 900436

iconjrvos@t-online.de


Der Steinkauz
Eine Kooperation mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.

Die Biologische Station im Kreis Euskirchen unterstützt die EGEulen vor allem bei ihrer Arbeit mit dem Steinkauz.

Die EGEulen hat seit vielen Jahren in vielen geeigneten Bereichen Nisthilfen für den Steinkauz aufgehängt.
Diese müssen jährlich betreut und gewartet werden.
Hier helfen Praktikanten oder Mitarbeiter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes der Biologischen Station unter der Leitung von Peter Müller (EGE Eulen)
bei der Kontrolle der Nistkästen.

Peter Müller mit einem jungen Steinkauz
Peter Müller mit einem jungen Steinkauz
Anbringung von Nistkästen
Anbringung von Nistkästen
Die Steinkauz Nistkästen werden vorzugsweise in den Obstbäumen der Streuobstwiesen angebracht
Die Steinkauz Nistkästen werden vorzugsweise in den Obstbäumen der Streuobstwiesen angebracht