helle Eifeltäler

zur Übersicht

Artenschutz

Ein durch die Europäische Union gefördertes Projekt.

laufzeit

01.01.2021

31.12.2027

träger

träger

förderer

förderer

Erhaltung geschützter Tagfalterarten in der Eifel

Im Januar 2021 ist nach mehr als zweijähriger erfolgreicher Vorbereitungs- und Antragsphase unser EU-LIFE-Projekt „helle Eifeltäler“
an den Start gegangen.

Unser Dank gilt all unseren Kooperationspartnern, die uns im Rahmen der Antragstellung unterstützt haben und im Projekt mit uns
zusammenarbeiten werden.

Das Natur- und Artenschutzprojekt der Biologischen Station im Kreis Euskirchen hat zum Ziel, bis zum Jahr 2027 die Vorkommen
der europäisch geschützten Tagfalterarten Blauschillernder Feuerfalter (Lycaena helle) und Goldener Scheckenfalter
(Euphydryas aurinia) zu sichern, zu stärken bzw. neu zu etablieren.

Pressemitteilung aus dem Jahr 2021

 


Auftaktveranstaltung zum Projekt

AuftaktveranstaltungLife helle Eifeltäler

Blauschillernder Feuerfalter (Lycaena helle)

„Der Blauschillernde Feuerfalter gehört zur Familie der Bläulinge und dort zu den Feuerfaltern. Diese sind durch eine orange Färbung gekennzeichnet, der Blauschillernde Feuerfalter hat zusätzlich einen metallisch-violetten Schiller auf den Flügeloberseiten, der nur bei entsprechendem Lichteinfall und Blickwinkel zu Tage tritt.
Er besiedelt Feuchtwiesenbrachen bzw. nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Feuchtwiesen mit guten Beständen des Schlangen-Knöterichs, der in Deutschland die einzige Raupennahrungspflanze des Blauschillernden Feuerfalters ist. Auch die Eiablage erfolgt nur auf dieser Pflanze. Die Vorkommen befinden sich an kleinklimatisch kühlen Stellen:
In Nordost-Deutschland (und Osteuropa) bildet die Art zwei Faltergenerationen im Jahr aus, in Süd- und West-Deutschland nur eine Generation (https://ffh-an-hang4.bfn.de/arten-anhang-iv-ffh-richtlinie/schmetterlinge/blauschillernder-feuerfalter-lycaena-helle.html).“

„Die Bestände des Blauschillernden Feuerfalters sind empfindlich gegenüber zu intensiver Mahd oder Beweidung und gegen Nährstoffeintrag. Bei längerem Nichtstun wachsen die Habitate mit Gehölzen zu; das hält der Falter eine Zeitlang aus, denn lichte Feuchtwälder sind sein ursprünglicher Lebensraum. Bei zu starker Beschattung verschwindet er dann auch dort. Der Blauschillernde Feuerfalter benötigt auch eine wirksame Vernetzung seiner Lebensräume – das nächste geeignete Biotop darf nicht allzu weit entfernt sein. Sein größtes Problem ist jedoch der Klimawandel, denn als Art, die an kühle Sommer und kalte Winter angepasst ist, wird es ihm allmählich zu warm. So hat er die niedrigen Lagen von Wes-terwald und Eifel bereits geräumt und ist dort heute auf die Hochlagen beschränkt. Weiter nach oben ausweichen kann er aber nicht, weil bereits bei 650 bzw. knapp 700 m über dem Meeresspiegel Schluss ist.

Lycaena helle ist im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gelistet. Das ermöglicht den Naturschutzbehörden, zur Verbesserung der Bestandssituation von der EU finanzierte LIFE-Projekte durchzuführen, so z. B. im nordrhein-westfäli-schen Teil der Eifel (https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Blauschillernder-Feuerfalter-1861.html).“

Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)

„Auf seiner Oberseite zeigt der Goldene Scheckenfalter ein buntes Flügelmuster, das sich aus orangefarbenen, gelben sowie schwarzbraunen Feldern zusammensetzt. Charakteristisch ist die orangerote Binde am Hinterflügelrand, die eine Reihe schwarzer Punkte trägt.

Der Goldene Scheckenfalter ist sowohl auf feuchten als auch auf trockenen Standorten verbreitet, wobei in beiden Fällen stets nur extensiv genutzte magere Grünlandstandorte mit einer lückigen, niedrigwüchsigen Vegetation besiedelt werden. Im Fall des „Feuchtwiesen-Typs“ kommt die Art am Rand von Hoch- oder Niedermooren, in Kalkflachmooren, Pfeifengras-wiesen, Bachkratzdistelwiesen und ähnlichen Feuchtgrünländern vor. Beim „Trockenrasen-Typ“ werden dagegen xe-rotherme Hänge mit offenen oder gebüschreichen Halbtrockenrasen auf Kalk oder kalkhaltigem Löß besiedelt. Für ein erfolgreiches Habitatmanagement von Euphydryas aurinia ist entscheidend, dass die Art für die Nahrungsaufnahme und die Eiablage offenbar unterschiedliche Teillebensräume nutzt.

Die Flugzeit des Skabiosen-Scheckenfalters erstreckt sich von Mitte Mai bis Juli. In diesem Zeitraum legen die Weibchen mehrere hundert Eier in mehrschichtigen Gelegen auf den Blättern der Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaris) oder am Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ab. Nach etwa vier Wochen schlüpfen die Raupen, und beginnen bereits nach wenigen Tagen mit der Anlage eines gemeinsamen Seidengespinstes auf der Futterpflanze. Darin leben die geselligen Raupen in den ersten vier Larvenstadien. Im August/September beginnen die Raupen mit der Anlage eines Überwinterungsgespins-tes in der Bodenvegetation. Nach der Winterruhe verbringen die Raupen den Rest ihrer Entwicklung als Einzelgänger.
Die Verpuppung erfolgt ab Mitte April an Stängeln oder Blättern der Bodenvegetation, so dass im Mai die nächste Faltergeneration erscheint.

In Nordrhein-Westfalen ist der Skabiosen-Scheckenfalter „vom Aussterben bedroht (https://ffh-arten.naturschutzinforma-tionen.nrw.de/ffh-arten/de/arten/gruppe/schmetterlinge/kurzbeschreibung/107917).“


Überwinternde Tagfalter

Als „Imago“ überwinternde Tagfalter

Kontakt

Marietta

Marietta Schmitz, Projektleiterin

icon02486-9507-19

iconm.schmitz@biostationeuskirchen.de